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Alltagsängste überwinden und besiegen

Alltagsängste überwinden und besiegen

  • Was Du tun kannst um Dich Deiner Alltagsangst zu stellen
  • Wie Du Hilfen in Anspruch nehmen kannst
  • Was Wertschätzung und Wohlwollen mit Dir macht



Junge Menschen - erfrischend ehrlich


 

Gerne erinnere ich mich an die Zeiten zurück, als ich noch in Jugendprojekten gearbeitet habe. Junge Menschen haben etwas erfrischendes Ehrliches. Das Bewerbertraining ist natürlich auch immer ein großes Thema und in erster Linie, wohin soll mein beruflicher Weg überhaupt hinführen. Damals hatte ich vier junge Männer, alle um die zwanzig und alle hatten Potenzial! Ein junger Mann mit Abitur, ein weiterer mit Mittlerer Reife und die anderen beiden verfügten über einen Hauptschulabschluss. Die Kerle waren ganz schön anstrengend im Unterricht, teilweise lustlos und gewaltig genervt davon, in einem Jugendprojekt ihre Zeit täglich von Montag bis Freitag zu verbringen. Meine Energien flossen dahin, die jungen Menschen zu motivieren und zu begeistern.


Läuft... bergab aber läuft...

 

Der junge Mann mit Abitur hatte das Ziel eine Ausbildung im Bank- oder auch im Versicherungsbereich zu absolvieren. Wir beiden haben viel geredet, Vorstellungsgespräche geübt, Bewerbungsunterlagen modifiziert. Ich habe ihm immer Mut gemacht und signalisiert, dass ich an ihn glaube. Das hat ihn sehr motiviert. Endlich fanden auch die ersehnten Praktika statt und im Herbst trat er seine Ausbildung in einer Versicherungsagentur an… für schlappe vier Wochen, dann wurde ihm gekündigt. Ich hatte ihn vorgewarnt, da ich den Arbeitgeber gut kannte, doch der Junge sah in dieser Ausbildung nun mal seine Zukunft. Die Berufsschule willigte ein, dass er für weitere 6 Monate die Schule besuchen darf, dann allerdings einen neuen Ausbildungsplatz vorweisen muss. Ich habe ihn während dieser Zeit mental unterstützt, denn er wollte seinen Traum nicht aufgeben in der Versicherungsbranche Fuß zu fassen.


Der feste Glaube an mich selbst - das A und O



Sein Selbstwertgefühl war nach der Kündigung am Boden. Dieser Arbeitsgeber hatte innerhalb von 4 Wochen ganze Arbeit geleistet. Unfassbar, dass solche Menschen ausbilden dürfen oder schlimmer noch, Menschen beraten – Tagein und Tagaus. Der junge Mann hatte Glück und fand einen Ausbildungsplatz bei einem sehr wohlwollenden neuen Geschäftsstellenleiter und siehe da, dieser junge Kerl gab hier alles. Er wurde gelobt, wertschätzend behandelt, sehr gut ausgebildet und erhielt die Option, in einigen Jahren die Geschäftsstelle zu übernehmen. Diese Unterschiede sind schon enorm – ich meine das Verhalten, was manche Menschen an den Tag legen, besonders wenn es junge Auszubildende sind. Der junge Mann arbeitete hart und viel, absolvierte einen grandiosen Abschluss in schulischer sowie auch in praktischer Hinsicht und sein Arbeitgeber war mehr als zufrieden.


Hinderliche Glaubenssätze poppen hoch

 

Doch eines Tages merkte er dann schon, dass einiges an Lebensqualität auf der Strecke blieb. Er fuhr ein mega schickes Auto, um welches ihn viele Menschen beneideten. Doch keiner sah, dass er die meisten Abende in der Woche vor 21:00 Uhr erst gar nicht nach Hause kam und der Tag startete jeden Morgen um 08:00 Uhr. Die Option einer Leitung für die Geschäftsstelle rückte mehr und mehr in die Ferne und der junge Mann entschied sich für einen anderen Job. Einen Job mit geregelten Arbeitszeiten ohne Außendienst. Gesagt getan, er setzte es um. Dies ging genau 6 Monate gut und bevor die Probezeit endete, erhielt er die Kündigung. Sofort fühlte er sich wieder genauso schlecht wie Jahre zuvor, als er in seiner ersten Ausbildung gekündigt wurde. All die positiven Jahre, in welchen er hervorragende Arbeit und sehr gute Umsätze erlangt hatte, waren wie weggeblasen. 


Erst Negativ dann Positiv

 

Soviel zum Thema wie „Negatives“ wirkt. Nach all den Jahren, vertraute er sich wieder mir an. Das ist natürlich auch für mich eine tolle Bestätigung, menschlich wie fachlich. Doch Vertrauen ist das zentrale Thema, egal in welcher Beziehung und gerade auch in einer Coach – Coachee Beziehung. Mentales Stärken war jetzt angesagt und das Positive wieder sichtbar machen. Ich unterstützte ihn bei seinen Bewerbungsunterlagen und er gab richtig Gas. Innerhalb von kürzester Zeit hatte er sich für ca. 12 unterschiedliche Positionen beworben und als wir telefonierten hatte er bereits ein Vorstellungsgespräch in einer Bank und – die Zusage!



Die Alltags-Angstkiller


Doch nun war er unsicher, ob dieser Job nun wirklich der „Richtige“ ist. Also coachte ich ihn und stellte Fragen über Fragen, bis er sich selbst die Antwort geben konnte. Dann lachte er. Eigentlich war das nicht der Job den er wollte. Doch jetzt griffen wieder alte Ängste. Die Angst wieder in diesen schrecklichen Apparat von Strukturen einer Arbeitslosigkeit zu fallen, mit allem was daran gebunden ist, löste den puren Horror in ihm aus. Die Angst jetzt abzusagen und das die Monate vergehen, ohne dass er ein weiteres herausforderndes Angebot bekommt. Also die Angst eine falsche Entscheidung zu treffen. Zudem stand ein Urlaub mit seiner Freundin bevor und der Stress der letzten Wochen mit Bewerbungen schreiben und den nicht abzuwägenden Aussichten, war für beide sehr nervenaufreibend. Natürlich ist es sehr beruhigend, zwei Wochen in Urlaub zu fahren mit dem Gedanken, danach eine neue Stelle anzutreten. Eine gehobene Stelle in einer Bank, zumal die Banken ihm vor etlichen Jahren keine Chance auf einen Ausbildungsplatz gegeben hatten. Das war schon der Knaller... Versagensängste?!



Feedback für die Persönlichkeitsentwicklung


Die alles in allem entscheidende Frage stellte er an mich und das sehr nachdrücklich: „Traust Du mir das zu? Denkst Du wirklich, ich habe die Kompetenzen für diesen Job? Mir ist Deine Meinung sehr wichtig. Du kennst mich und ich vertraue Dir“. Ohne lange nachzudenken sagte ich ihm: “Ja“. Somit ist seine Entscheidung gefallen. Das Coaching ergab das Gegenteil, doch die Umstände und letztendlich das Feedback, haben ihn bewogen anders zu entscheiden. Was lernen wir daraus? Nicht nur Vertrauen sondern auch das Feedback ist wesentlich für einen Menschen, seinen Weg weiter zu gehen und zu wachsen. Natürlich gebe ich auch zu bedenken, dass es für viele Menschen ganz schrecklich ist zur Agentur für Arbeit zu gehen. Die Menschen sehen sich als Versager und von ihrem Umfeld als „Looser“ abgestempelt. Natürlich ist das absoluter Schwachsinn, denn in der heutigen Zeit werden wir schneller arbeitslos als wir denken können. Doch diese Gedanken, verbunden mit hinderlichen Glaubenssätzen sitzen einfach sehr sehr tief!



Was braucht ein Coach noch: "Ausdauer und Geduld"!


Mit den anderen Jungs habe ich teilweise auch sehr intensiv gearbeitet. Hier ging es im Wesentlichen darum, welcher Beruf passt zu mir. Alle haben ihren Weg gemacht. Einer wurde Physiotherapeut, der andere wurde Altenpfleger – nachdem er das einjährige absolviert hatte, entschied er sich für die insgesamt 3jährige Ausbildung zum examinierten Altenpfleger. Der Dritte im Bunde lernte Zerspanungsmechaniker. Erfolg auf der ganzen Linie – harte Arbeit, die sich gelohnt hat. Absolut schön ist, daran mitgewirkt zu haben. Als Coach ist hier sehr viel Ausdauer und Geduld erforderlich. Wenn ich jedoch Potential in einer Person erkenne und diese Person intensiv mitarbeitet, gebe ich alles! Wie bereits schon vorher erwähnt, wer arbeitet mehr – Coach oder Coachee? Der Coachee! Es gibt Menschen, die denken alles in meine Hände legen zu müssen. Wenn dann das Ziel nicht erreicht wird, kann diese Person mit gutem Gewissen (für sich) mit dem Finger auf mich zeigen: „Du bist Schuld“! Ich nehme dies jedoch nicht an, da ich meine Einstellung und Meinung im Vorfeld jedem, gegebenfalls auch mehrfach, mitteile.


Ressourcen sind begrenzt verfügbar



Daher ist mein Einstiegsplädoyer immer, dass auch meine Ressourcen begrenzt sind. Wer mitarbeitet, dem reiche ich die Hand. Wer nicht mitarbeitet, muss damit zurechtkommen, dass ich mich distanziere. Ich werde ab und an wieder einen Schritt nach vorne machen und meine Hilfe anbieten, doch wenn nichts kommt dann ist es so. Generell sind die Menschen, die zuerst in meinem Büro sitzen und sagen: „Ich will in Arbeit oder ich will so schnell wie möglich ein Praktikum machen“, die ersten die auch in Arbeit kommen. Es kann dauern, doch bei diesen Coachees passiert etwas. Rückschläge sind normal, doch ich fange diese Menschen auf und ermutige weiter. Wer wirklich etwas erreichen will, hat es ganz einfach nur verdient diese Hilfe zu bekommen, weil es ihm oder Ihr zusteht!


 

Mein Tipp

Jeder hat Ängste. In diesem speziellen Fall spreche ich von Alltagsängsten. Wichtig ist, dass Du Dir diese Angst eingestehst und sie annimmst. Erst dann kannst Du daran arbeiten. Ein Coach arbeitet immer ressourcenorientiert, daher ist auch eine meiner Lieblingsfragen: „Was ist das Gute am Schlechten“. Rede über Deine Ängste mit einer Person Deines Vertrauens. Du wirst überrascht sein wenn Du merkst, dass Du nicht die einzige Person bist, die Ängste hat. Kognitiv gesehen wissen wir das, doch in meinen Coachings und Seminaren sind die Menschen immer wieder überrascht darüber, dass sie nicht alleine mit ihren Ängsten sind. Der nächste Schritt für mich im Coaching ist dann auf jeden Fall, einen Blick auf die Glaubenssätze zu werfen und daran zu arbeiten. Sei mutig und öffne Dich! Auch Du brauchst für diesen Prozess Ausdauer und Geduld und kalkuliere Rückschläge mit ein – auch wenn Du das nicht hören willst. Denke an das Gesetz der Polaritäten – hiervon erzähle ich in meinen Waldbaden-Events…


20. 06. 2021 | Claudia Spengler

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