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Online Bewerbercoaching in der wundervollen Naheregion Kirn am Fuße des Hunsrücks

Online Bewerbercoaching in der wundervollen Naheregion Kirn am Fuße des Hunsrücks

  • Warum es für Dich ein Vorteil ist, Hilfen im Online-Bewerbungsprozess anzunehmen
  • Was Du tun musst, um Dein Online-Bewerbercoaching erfolgreich werden zu lassen
  • Wie ein Online-Bewerbercoaching gelingen kann



Wer arbeitet mehr - Coach oder Coachee?


Kritisch saß sie mir gegenüber, meine neue Teilnehmerin im Projekt. Generell stelle ich zuerst folgende Frage: „Wer denken Sie, muss mehr arbeiten? Ich als Coach oder Sie als Teilnehmerin, die etwas verändern möchte?“

Sehr oft höre ich die Antwort: „Sie!“ Falsch, sage ich. Wenn Sie etwas verändern möchten arbeiten Sie. Es ist eine harte Arbeit und diese Arbeit ist auch nicht immer angenehm. Veränderungen tun weh, das ist nun mal so. Dies ist auch der Grund, warum sich viele Menschen nicht trauen etwas zu verändern sondern sich lieber in Selbstmitleid suhlen, ihre Opferrolle leben oder sich weiterhin von hinderlichen Glaubenssätzen leiten lassen. Genau, in dieser Rolle der Nicht-Veränderung kennt sich der Mensch bestens aus. Verändere ich was kommt etwas Neues, etwas das ich noch nicht kenne und das macht Angst. Doch was habe ich zu verlieren? Ist es wirklich so schwierig diesen ersten Schritt zu tun? Ja, ist er - das weiß ich selbst nur zu gut. Ich habe so viele Veränderungen durchlebt in den letzten Jahren und es war kein Kinderspiel, doch es hat sich gelohnt.


Erster und wichtigster Schritt: Vertrauensaufbau

 

Zurück zu meiner Teilnehmerin. Der Vertrauensaufbau nahm einige Zeit in Anspruch. Wir beiden haben miteinander gearbeitet – bedingt durch die äußeren Umstände überwiegend online. Die Dame war technisch versiert und hat sich mit den digitalen Medien sehr gut auseinander gesetzt. Eine ausgezeichnete Voraussetzung um an ihren gesteckten Zielen zu arbeiten. Das langfristige Ziel war, in Arbeit zu kommen. Allerdings waren hier einige größere Steine aus dem Weg zu räumen die dieses Ziel, jedenfalls zuerst einmal, verhinderten. Als alleinerziehende Mutter mit einem Kleinkind, dass in den Kindergarten geht, sind die Bedingungen weniger optimal auf dem Land und ohne Führerschein. Doch es gab eine sehr gute intakte Familienbeziehung und hier konnten wir gemeinsam ansetzen.


Lösungen lauern überall


Zudem hatte sie bereits Erfahrungen in der Pflege gesammelt und sie war auch als verantwortliche Pflegekraft für ihren Vater offiziell eingetragen. Nebenbei wuppte die junge Frau noch einen Minijob und lernte für den heiß ersehnten Führerschein. Von Langeweile keine Spur in dem Leben meiner Teilnehmerin. In unserem Projekt gibt es sogenannte Wochenziele, die jede Teilnehmerin erfüllen kann. Wir haben das ursprüngliche Wort „Hausaufgaben“, auf eine Idee hin von einer anderen Teilnehmerin, in „Wochenziel“ umbenannt. Das Wochenziel funktionierte weniger gut mit der jungen Dame und ich wunderte mich. Ich schaute dem Ganzen eine Weile zu bis ich ihr meinen Eindruck mitteilte, dass es so ausschaut als ob sie „keinen Bock“ habe. Dann gestand sie mir endlich, dass sie eine Lese-Rechtschreibschwäche hat und aufgrund dessen mir keine schriftlichen Ausarbeitungen zukommen lässt. Mit diesem neuen Wissen, kann ich als Coach natürlich anders ansetzen, was wir auch getan haben. Sie schämte sich dafür und blockierte sich dadurch. Ich beruhigte sie. Eine ehemalige Kollegin von mir die als Sozialpädagogin arbeitete, hatte ebenfalls eine Lese-Rechtschreibschwäche und wir haben sie unterstützt indem wir ihre Dokumentationen gelesen und verbessert haben. Es gibt keine Probleme sondern nur Lösungen!


Den Weg frei machen

 

Ich hatte hier eine potentielle Kandidatin, die durchaus für den Pflegebereich geeignet war und dort wollte sie auch hin. Also hieß es Ärmel hochkrempeln und nach Lösungen suchen. Sukzessive haben wir die Steine aus dem Weg geräumt. Als der erste wirklich fette Stein gesprengt wurde, merkte ich die Erleichterung meiner Teilnehmerin und unsere Zusammenarbeit funktionierte besser. Ich finde es gut wenn Menschen kritisch sind und ich sie dann vom Gegenteil überzeugen kann. Den Durchbruch gab es letztendlich mit einer Präsenzveranstaltung, die nun endlich wieder möglich waren. Im Projekt hatten wir einen Berufsschullehrer eingeladen der über die Möglichkeiten einer Ausbildung in Pflegeberufen vor Ort informierte. Hier äußerte sich meine Teilnehmerin sehr kritisch! Ihre Bedenken waren, wie sie wohl als alleinerziehende Mutter eine Ausbildung stemmen soll ohne mobil zu sein und das auch noch mit Lernschwierigkeiten.


Und wieder eine Lösung mehr

 

Den Punkt „Lernschwierigkeiten“ nahm ich auf und fragte den Referenten ob es sogenannte Hilfen in Form von Fördermöglichkeiten gibt für Menschen, die zum Beispiel eine Lese-Rechtschreibschwäche haben oder sonstige Lernschwächen. Die Antwort war sehr positiv! Ja, es gibt Fördermöglichkeiten, da wir mehrere Schüler haben die Defizite aufweisen und diese Schüler erhalten separaten Stützunterricht. Na also, gab es hier noch etwas einzuwenden? Die Haltung meiner Teilnehmerin blieb nach wie vor kritisch. Einen Wendepunkt gab es jedoch sehr kurz nach der Präsenzveranstaltung. Meine Teilnehmerin berichtete ihrer Familie davon und der Tenor war einstimmig. Warum machst Du nicht die einjährige Ausbildung zur Altenpflegehelferin? Jetzt ist der richtige Zeitpunkt und wir unterstützen dich mit dem Kind. Nun was soll ich sagen, meine Teilnehmerin fing Feuer und von dem Moment an gab sie richtig Gas. Der Gedanke eine Ausbildung zu machen verankerte sich fest in ihr und in diesem Jahr gingen wir in die Vollen.


Standard war gestern


Ich habe ihr eine sehr kreative Bewerbung geschrieben. Wenn Teilnehmer für längere Zeit arbeitslos waren ist kein Standard angesagt. Meine Fragen, was ihre Lieblingsfarbe ist und ob sie ein Lebensmotto hat, beantwortete sie schnell. Ihre Daten hatte ich vorliegen und ich bastelte über mehrere Stunden eine sehr sorgfältige und aussagekräftige Bewerbung für sie. Inzwischen recherchierte sie Pflegeheime die in unmittelbarer Nähe lagen und ihre Mutter erklärte sich bereit sie zur Arbeit zu fahren falls aufgrund der Schichten keine Busse mehr unterwegs sind. Perfekt!



Fast wie ein Lottogewinn


Zwei Bewerbungen gingen zeitnah an den Start. Der erste Anruf erfolgte noch am gleichen Tag und das erste Vorstellungsgespräch war gebongt. Die nächsten Vorbereitungen folgten und „Bingo“. Die Zusage für den Job ließ nicht lange auf sich warten und es kam noch besser. Die Teilnehmerin erhielt eine sofortige Anstellung bis Juli mit der Option ihre Ausbildung ab dem 01.08.2021 zu starten. Bis hierher haben wir alles Online auf die Füße gestellt, sie war überglücklich und so positiv wie noch nie bisher. Zu gerne hätte ich sie in die Arme genommen, ihr Lächeln gesehen und mich mit ihr gefreut. Wir haben das alles Online gefeiert. Das hat sie sich wirklich verdient, nach allem was sie durchgemacht hat. Gewalt in der Ehe, die Trennung von diesem Mann, das Kind alleine groß ziehen, einen sehr kranken Vater und die Existenzängste mit ständigen Geldsorgen. Was diese Frau antreibt? Die Liebe zu ihrem Kind. Diese Liebe macht sie stark und sie möchte ihrem Kind ein besseres Leben ermöglichen und jetzt sind sie auf diesem Weg und das mit der Unterstützung der ganzen Familie.



Stolz wie Oskar


In einer unserer Videokonferenzen bügelt sie voller Stolz ihre Arbeitskleidung. Am nächsten Tag geht es los und sie ist sehr aufgeregt. Wir haben vereinbart für unbestimmte Zeit in Kontakt zu bleiben und sie mich jederzeit kontaktieren kann. Über diese Unterstützung war und ist sie sehr glücklich. Letztens kam per WhatsApp eine Nachricht, dass sie ganz alleine auf der Station arbeitete und selbst erstaunt war wie sie an diesem Tag über sich selbst hinausgewachsen ist. Wundervoll oder?! Sie ist glücklich und alle sind zufrieden mit ihr. Der letzte Kontakt war, dass sie für den August nun auch ihren Schulplatz fest in der Tasche hat. Na also, geht doch!


Wertschätzung PUR

An einem Samstagmorgen klingelte der Briefbote und übergab mir ein größeres Paket. Ich staunte nicht schlecht! Meine Teilnehmerin hat mir einen wunderschönen Blumenstrauß mit einem Piccolo zugeschickt als Dankeschön für die tolle Unterstützung. Auch wenn ich hart im Nehmen bin, ich war überaus gerührt und da kullerten doch wirklich Tränen des Glücks über mein Gesicht. Ich habe mich bedankt und sie freute sich, dass ich mich freute – verrückt und das alles, ohne dass wir uns einmal gesehen haben. Der Blumenstrauß stand über 3 Wochen auf meinem Tisch, den Piccolo genoss ich ganz langsam und voller Dankbarkeit und war auch in Gedanken komplett bei meiner Teilnehmerin. Wir sind weiterhin vernetzt, online und ja, das geht! Trotzdem freue ich mich auf diesen Tag wenn wir uns wiedersehen und ich sie in die Arme nehmen und sie mir berichten kann, wie es ihr geht. Auch freue ich mich ihre kleine Tochter wieder zu sehen. Ein Happy End und ein erneuter Beweis dafür, das Online Coaching auch funktioniert. Trotzdem gibt es nichts Schöneres als Menschen in Präsenz zu erleben und darauf freue ich mich am meisten.

 

Mein Tipp

Vertrauen – Einlassen – Mitarbeiten – Geduld

Der Beginn eines erfolgreichen Coachings ist immer das gegenseitige Vertrauen. Erst dann besteht die Möglichkeit für den Coachee sich auf die Thematik des Bewerbungsprozesses einzulassen. Als Coachee arbeitest Du mit vollen Kräften mit am Prozess. Nichtsdestotrotz brauchst Du dann Geduld um den Arbeitsplatz Deiner Wahl zu finden, denn hier sind wir von anderen Personen und deren Meinungen und Einstellungen abhängig. Hier wünsche ich mir nach wir vor mehr unkonventionelle Entscheider – schaut auf die Person und deren Soft Skills und weniger auf die Zeugnisse!

17. 05. 2021 | Claudia Spengler

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