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Trauer verarbeiten und bewältigen

Trauer, ein langer Weg der Verarbeitung und Bewältigung

  • Was zu tun ist, um Trauer zu durchbrechen und Entlastung zu finden.
  • Wie es gelingt, Traurigkeit in Stärke umzuwandeln. 

Alles begann in 2006…

Ich arbeitete als Abteilungsleiterin in einem Service-Center eines großen Konzerns mitten im Hunsrück mit Führungsverantwortung für mehr als 50 Mitarbeiter und eine Handvoll Teamleiter.

Projektaufbau, Rekrutierung und Kundenkontakte pflegen, waren meine Kernaufgaben. Das Führen von Zielvereinbarungsgesprächen mit den Teamleitern, Konfliktgesprächen mit den Mitarbeitern, Qualitätsüberprüfungen und Trainingseinheiten, waren ein weiterer Part in meiner Führungsposition.

Meine neue Kollegin, die als Salesmanager eingestellt wurde, teilte mit mir ein Büro und erlebte den tagtäglichen Kommunikationstrubel live mit. Eines Tages sagte Sie: Warum machst Du eigentlich keine Fortbildung zum Coach?!

Damit begann alles….

Coaching, die pure Auseinandersetzung mit sich selbst!

Meine erste Fortbildung zum Systemischen Coach absolvierte ich erfolgreich im Jahr 2007. Doch das genügte mir nicht. Ich startete mit einem Fernstudium zum Personal Coach, die absolute Bereicherung für mein Leben. Als angehender Coach war es die Königsdisziplin, sich mit mir selbst auseinander zu setzen, bevor ich auf die Gesprächsführung mit meinen zukünftigen Coachees losgelassen wurde und das braucht nun mal Zeit.

Ich erinnere mich noch wie heute an eine Coaching Einheit die ich niemals vergessen werde. Wie immer gab es einen Coach, einen Coachee (in diesem Fall ich) und einen Beobachter. Wir erprobten im Rahmen der Fortbildung die Methode, in der es darum ging, meinen bisherigen Lebensweg aufzuweisen. Als Hilfsmittel hatte ich Bauklötzchen, die ich auf dem Boden als wichtige Stationen markierte. Da mein Leben schon sehr früh mit der Thematik „Tod“ geprägt wurde, waren auf meinem Weg einige Menschen, die ich schon in frühester Kindheit verloren habe. Als die Coaching Einheit beendet war, gab es ein gemeinsames Feedback.

Tabu-Thema Tod und das große schwarze Loch

Mir wurde gesagt, dass ich alle Bauklötze, die als Symbol für verstorbene Menschen stehen, hingelegt habe - bis auf einen - den, für meinen verstorbenen Vater. Ich schaute auf meinen Lebensweg und sah es erst jetzt. Das Klötzchen stand als einziges auf dem ganzen Weg, danach bin ich in Tränen ausgebrochen und war noch für Stunden total aufgewühlt.

Zudem hatte ich einige Wochen vorher einen schweren Autounfall. Während des Aufpralls, dachte ich: „Jetzt stirbst Du“… Es ist damals alles gut gegangen, doch ich hatte unbeschreibliches Glück gehabt. Jedenfalls hat dieses Ereignis etwas in mir ausgelöst, dass mir in dieser Coaching Einheit bewusst wurde. Der Tod meines Vaters vor über 30 Jahren, war nicht verarbeitet und der Trigger hierfür war der Unfall.

Als angehender Coach war mir sofort klar was ich zu tun hatte! Ich suchte mir einen Coach, der mit mir an der Thematik arbeitete. Es waren nur einige Einheiten erforderlich, dies zu verarbeiten und heute bin ich froh, dass ich mich der Situation gestellt habe und das war keine Weichspüler Veranstaltung. Ich wollte ganz bewusst die Veränderung - raus aus diesem schlechten Gefühl und die Auseinandersetzung mit dem Thema. Ich war es leid, Ausreden zu erfinden, warum ich Menschen die krank waren einfach nicht mehr kontaktierte oder mich vor einer Beerdigung drückte.

Abschied nehmen, auch wenn es noch so weh tut…

Im vorletzten Jahr wurde mir bewusst wie wichtig die Auseinandersetzung mit der Thematik Tod war. Meine Freundin erkrankte an Krebs. Der Weg war grauenvoll, nicht nur für Sie, sondern auch für alle Menschen in ihrem Umfeld.

Kurz bevor sie starb, habe ich sie nochmals besucht. Sie war nicht mehr ansprechbar, doch ich hielt ihre Hand, bestimmt eine Stunde lang. Ich saß an ihrem Bett gemeinsam mit ihrem Ehemann. Diesen Abend werde ich so schnell nicht mehr vergessen. Auf ihrer Beerdigung habe ich ihren Mann und die beiden Söhne umarmt. Mir war von Bedeutung der Familie zu zeigen, dass ich Anteil nehme und mein Mitgefühl zeige.

 

Mein Tipp: Suche Dir eine Person Deines Vertrauens zum Reden, damit Du das Erlebte verarbeiten kannst. Lasse Deinen Gefühlen freien Lauf und nimm Dir Deine individuelle Zeit zum Trauern. Wichtig ist jedoch, dass Du Deine Kraft und Energie danach wieder findest, mache Dich Deiner Ressourcen bewusst! In meinen Workshops kannst Du Dich mit anderen Frauen austauschen und erste Impulse für Dich mit nach Hause nehmen. Es ist ein längerer Weg, doch wichtig ist – TUN, mit kleinen Schrittchen und dranbleiben. Ein weiteres Kriterium ist das Annehmen, das Annehmen der Situation die nicht zu ändern ist. Es ist so wie es ist und ja, wir sind alle endlich. Das ganze Leben besteht aus Polaritäten: Tag und Nacht, Sonne und Mond, Lachen und Weinen, Yin und Yang, Gesundheit und Krankheit sowie Leben und Tod. Mache Dir das bewusst!

01. 05. 2020 | Claudia Spengler

Kommentare

Mit so viel Gefühl geschrieben! Ich vermisse dich liebe Claudia!!
Kommentar von Heike , 02.07.2020 um 15:26 Uhr




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