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Erfolgreich gegen Mobbing wehren

Wie Du Dich erfolgreich gegen Mobbing wehren kannst

  • Mit Körperhaltung überzeugend kommunizieren.
  • Wie positive Gedanken Ausstrahlung verstärken. 

Für mich ist es erschreckend, wie oft ich Mobbing-Opfer vor mir sitzen habe. Alleine die Körpersprache ist so aussagekräftig, dass in mir sofort Bilder aufsteigen und ich wahrlich sehe, wie dieser Mensch drangsaliert wurde.

Hängende Schultern, trauriger bis unsicherer Blick, eine Gangart die einem scheuen Reh gleicht. Ich werde niemals verstehen, aus welchem Grund Menschen einem anderen so etwas antun können.

Vom Opfer zum Täter und letztendlich zum Schlichter

In einem Training hatte ich einen jungen Mann, der sich als Mobbing Opfer bekannte. Wir machten daraus ein Thema und die komplette Gruppe arbeitete sofort aktiv mit. Er beschrieb wie er sich damals kleidete, wie er sich bewegte und wie er anderen in die Augen schaute. Er erläuterte die Qualen, die er durchmachte. Eine große Hilfe war damals seine Mutter und erstaunlicherweise ein Lehrer in der Schule, der ihn unterstützte und ihm Mut machte.

Es gelang ihm aus dieser Misere herauszukommen und – er wechselte die Seiten! Er wurde zum Mobber! Nun beschrieb er, die Vorgehensweise der Gruppe. Alles lief ausschließlich nonverbal, wenn neue Schüler in die Klasse wechselten. Kleidung, Brille, Aussehen, Körperhaltung, Sprache – nach dem Unterricht war die Zusammenkunft der Mobber und sie teilten die zukünftigen Opfer ein – meist waren sie sich einig allein nur durch die Beobachtung.

Unser ehemaliges Mobbing-Opfer tobte sich somit als zukünftiger Mobber richtig aus.

Dann eine erneute Wende. Als er genug hatte, wechselte er in die Rolle des Mobbing-Schlichters. Hierfür hatte er mehrere Kurse besucht um sich fortzubilden um anschließend in der Schule eingesetzt zu werden. Eine wiederum ganz andere Erfahrung, die er zum heutigen Zeitpunkt gerne wieder umsetzen würde. 

Der 3-Gänge-Mobber in Action!

In der Gruppe hielten wir alles auf Flip-Charts fest und befestigten diese an den Wänden. Eine eigenartige Stille war im Raum zu spüren. Eine Frau meldete sich dann plötzlich zu Wort. Es fiel ihr sichtbar schwer, sie schluckte ein paarmal bevor diese Worte aus ihrem Mund kamen: „Mein Sohn wird auch gemobbt!“. Sie erzählte ein wenig, was an der Schule lief und wie wenig sich ihr Kind dagegen wehren konnte.

Nun kam der Einsatz unseres 3-Gänge-Mobbers. Er bot sich an, zu der Frau nach Hause zu kommen um mit Ihrem Sohn zu sprechen. Die Frau wirkte sichtlich erleichtert und nahm das Angebot an.

Am nächsten Tag, brachte unser Teilnehmer seine damalige Kleidung mit, aus der Zeit als er gemobbt wurde. Er hatte sie all die Jahre sorgfältig aufbewahrt. Alle warteten gespannt im Unterrichtsraum bis er zur Tür hineinkam. Ein altes T-Shirt, total zerrissene Jeans, die Haare ungekämmt, die Brille und dann die Körperhaltung und der Gesichtsausdruck! Er war sofort in seiner alten Rolle – wir alle starrten ihn an, es war mucksmäuschenstill im Raum. So sieht also ein Mobbing Opfer aus, eine pure Einladung für Personen und Gruppen denen es Spaß macht, einem Menschen mit so wenig Selbstwertgefühl nochmals so richtig in den Hintern zu treten! Wir waren alle sehr ergriffen und geschockt.

Der junge Mann suchte wie versprochen den Sohn der Frau auf. Einige Treffen genügten um überwiegend an der Körpersprache zu arbeiten und als Mutmacher zu agieren. Wer hätte das besser machen können als unser 3-Gänge-Mobber?!

Mobbing – und immer schön weiter mit dem Finger in der Wunde rühren

Mich hat die Geschichte sehr bewegt, zumal ich selbst vor langer Zeit einmal ein Mobbing-Opfer war. Geschäftsführerwechsel, Auflösung einer Abteilung und wohin mit der Abteilungsleiterin?

Das Unternehmen im kompletten Umbruch und ganz klar, jeder versuchte seinen Arbeitsplatz zu retten und partizipierte mit der amtierenden Leitung. Plötzlich war ich abgeschrieben, so schnell konnte ich gar nicht schauen.

Informationen flossen an mir vorbei, der Gang zum gemeinschaftlichen Mittagstisch erfolgte mit zugeknallter Tür vor meiner Nase, eine riesige Palme die die Sicht auf bestimmte Personen verhüllte, eine neue Geschäftsleitung, die erst gar nicht mit mir sprach sondern gleich mit der Leitung, sodass ich null Chancen hatte dort noch auf einen grünen Zweig zu kommen.

Zuvor immer ein Ohr für sämtliche Belange gehabt, jetzt behandelt wie der letzte Dreck.

Das Gute am Schlechten

Heute bin ich dankbar für das was geschehen ist, sonst wäre ich nicht dort wo ich jetzt bin. Wer mir heute versucht ans Bein zu pinkeln muss schon sehr stark schauen, dass er/sie das Echo verträgt. Meine Körperhaltung spricht für sich, ich weiß genau wie ich aufzutreten habe, sonst hätte ich das letzte Jahrzehnt nicht überlebt in meinen Trainings.

Arbeitsmarktpolitische Projekte sind kein Zuckerschlecken. Wenn ich vor 15 Männern stehe, die fette Muckis und eventuell auch noch Knasterfahrung haben, zudem allesamt recht pissig in die Runde blicken und mein Auftrag lautet „Bewerbertraining“, dann könnt Ihr Euch vielleicht ein wenig vorstellen, wie „Frau“ und zudem „blond“ auftreten muss. Doch wisst Ihr was, gerade dieses Training war super! Wir haben uns bestens verstanden und das Projekt erfolgreich beendet. Wenn Ihr jetzt denkt, um Himmels Willen mit welchem asozialen Klientel hat denn diese Frau zu tun, dann kann ich hierzu nur folgendes sagen: „Mein Klientel ist abgrundtief ehrlich und Ehrlichkeit ist mein oberster Wert, daher harmonisieren wir sehr gut und wer für mich wirklich asozial ist, sind alle Mobber da draußen!“ Diese Erfahrung habe ich überall gemacht, wo ich gearbeitet habe. Egal ob es jetzt eher in den ländlichen Regionen von Idar-Oberstein, Simmern oder Kusel war oder schon eher in Richtung Stadt wie Bad Kreuznach und letztendlich Mainz.

Daher habe ich null Verständnis für Menschen die andere mobben und ehrlich gesagt könnten sie einem noch leidtun, wenn sie nicht so abgrundtief bösartig wären.

 

Mein Tipp: Arbeite an Deiner Körperhaltung – denn diese ist für Dein weiteres „Überleben“ unabdingbar! Die nonverbale Kommunikation ist nun mal wesentlich stärker und aussagekräftiger als die verbale Kommunikation. In meinen Trainings wird dies meinen Teilnehmern stark gespiegelt. Des Weiteren gehört die Arbeit mit hinderlichen Glaubenssätzen dazu. Es ist ein längerer Weg, da ich nicht von heute auf morgen mein Verhalten ändern kann, doch es geht und ich bin der lebendige Beweis dafür.

15. 05. 2020 | Claudia Spengler

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