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Auf Stärken konzentrieren

Wie Du Schwächen „verflüssigen“ kannst und Dich auf Deine Stärken konzentrierst!

  • aus welchem Grund das Zusammenspiel von Beharrlichkeit und Geduld Früchte trägt. 
  • Mit kleinen Veränderungen Bewegung in Dein Leben bringen. 

Da saß er nun, der junge Mann, Mitte 20 in meinem Bewerber-Coaching. Im Workshop zuvor ist er mir bereits aufgefallen, da er sich sehr produktiv eingebracht hatte. Der Junge hatte etwas auf dem Kasten, dies war klar.

Während ich seine Bewerbungsunterlagen sichtete, berichtete er von vielen Absagen bis hin zu gar keinen Antworten. Ich schaute ihn an und sagte: „Das ist keine Wunder, so wie Sie sich verkaufen“.

Wir führten ein intensives Gespräch, denn mit 2 abgebrochenen Ausbildungen und ansonsten keinen weiteren beruflichen Erfahrungen, brauchte ich „Futter“ für eine kreative Bewerbung, denn Standard war hier nicht gefragt. Schließlich wurde es interessant als der junge Mann mir davon berichtete, dass er in seiner Schulzeit einen Mathematik–Wettbewerb gewonnen und so ganz nebenbei ein Spitzenergebnis erzielt hatte. Wahrhaftig, hier saß ein Mathe-Genie vor mir! Zudem kannte er sich noch sehr gut im Bereich der IT aus. Er hatte mich von seinem Wunsch überzeugt, strategisch in Richtung Ausbildung für Netzwerkadministration zu gehen. Da ich jedoch generell dafür bin, auch einen Plan B und besser noch Plan C in der Tasche zu haben, versuchten wir auch die Variante, direkt in Arbeit zu kommen.

Hoffnung in Sicht!

Die Bewerbungsunterlagen habe ich komplett neugestaltet – sehr innovativ – ein richtiger Hingucker!

Nachdem ca. 30 Bewerbungen unterwegs waren, rührte sich der erste potentielle Arbeitgeber im IT-Bereich. Es folgte ein Vorstellungsgespräch mit Probearbeitstag. Die Anforderungen waren enorm hoch – die Aussichten sehr verlockend. Es genügte jedoch nicht ganz, ein Mitbewerber war wohl etwas besser. Es folgten noch zwei weitere Einladungen für ein Vorstellungsgespräch, dann verebbte das Interesse der Arbeitgeber ersteinmal.

Nächster Schritt: Plan B

Plan B, ohne Ausbildung auf dem Arbeitsmarkt zu kommen war ein völliger Flop. Hier rührte sich gar nichts.

Die Entscheidung, der großen Liebe fernab der Heimat zu folgen und eine Ausbildung anzutreten, die nicht unbedingt den vorhandenen Stärken entsprach, ist nachvollziehbar. Allerdings ging die Beziehung in die Brüche und die noch nicht vorhandene Resilienz bei einem Zwanzigjährigen führte zum psychischen Zusammenbruch. Die zweite Ausbildung, war eine Notlösung um überhaupt eine Ausbildung zu erhalten und somit auch nicht das, was den Kompetenzen des jungen Mannes gerecht wurde. 

Verstaubt, antik und völlig fantasielos?

Nach 13 Wochen intensiver Zusammenarbeit endete das Projekt. Viel zu wenig Zeit für einen gewünschten positiven Ausgang. Zu alt und nicht mehr formbar für eine Ausbildung – zu jung, keine abgeschlossene Ausbildung, zudem ein holpriger Lebenslauf – keine Chance auf dem „normalen“ Arbeitsmarkt.

Schon sehr lange wünsche ich mir eine andere Sichtweise der Personaler auf ihre Bewerber. Anstatt sich nur auf die Zeugnisse zu konzentrieren, ist der Blick auf die Person als Mensch wesentlich wichtiger. Da ich selbst in der Rekrutierung gearbeitet habe, konnte ich mit dieser Vorgehensweise die „versteckten Rosinchen“ herausfiltern.

Heute blicke ich voller Stolz und Freude auf Menschen zurück, die ihren Weg gemacht haben. Menschen, die woanders wohl kaum eine Chance erhalten hätten.

DeutschLand der Zeugnisse und Zertifikate

Mehr als 50 Bewerbungen waren jetzt unterwegs. Ich ermutigte den jungen Mann. Er sah mich an und sagte: „Kann es wirklich sein, dass ich für einen Fehler den ich als junger Mensch gemacht habe, derart büßen muss“? Ja, sagte ich, das ist die Realität im Land der Zeugnisse und Zertifikate. Wichtig ist – niemals aufgeben! In dieser kurzen Zeit, war das Geschehene schon ein riesen Erfolg, sehr viel Bewegung im Gegensatz zu vorher. Der junge Mann ist bestens aufgesetzt, was das Bewerbermanagement angeht sowie das Üben von Vorstellungsgesprächen, jetzt heißt es „am Ball“ bleiben. Für die Zukunft gestärkt, entließ ich meinen Coachee und wünschte ihm alles erdenklich Gute.

 

Mein Tipp: Durchhalten! Es ist wie mit dem Abnehmen – wenn ich mir über die Jahre ein nettes Polster an Kilos angefuttert habe, werde ich diese auch nicht innerhalb von einigen Wochen los. Der feste Glaube an mich selbst kann ich mit Hilfe eines Coachings erarbeiten, jedoch ist der größte Anteil daran wieder einmal von einem selbst anhängig. Suche Dir Unterstützung, denn es ist in Ordnung für Dein persönliches Wachstum Hilfe einzuholen und plane Zeit ein, manchmal etwas mehr Zeit. Viel wichtiger ist die Beharrlichkeit auf Deinem Weg zum Ziel.


19. 06. 2020 | Claudia Spengler

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